Leben im Internat?

Die Familie ist der natürliche Ort der Erziehung.
Unsere Gesellschaft fordert die Familien jedoch immer mehr. Wenn es nur noch unter schwierigen Bedingungen möglich ist, seinem Kind die gewünschte gute Erziehung angedeihen zu lassen und ihm die dafür nötige Zeit widmen zu können, bietet sich das Internat als gute Unterstützung und Ergänzung des elterlichen Erziehungsauftrages an.

Darüber hinaus ist das Leben im Internat jedoch mehr. Es bietet eine ganz besondere Art des Aufwachsens an, die die Kinder zur Gemeinschaftsfähigkeit fördert. Das Leben in der Gemeinschaft mit anderen Jungen bietet zudem Abenteuer, Freundschaft, Solidarität und das Gefühl, mit Weggefährten ein Stück des Lebensweges gemeinsam zu meistern.
Diese Erlebnisqualität fördert im hohen Maße soziale Schlüsselqualifikationen, die im späteren Erwachsenenleben von tragender Bedeutung für einen gelingenden Lebensentwurf sind.

Leben in Gemeinschaft

Gemeinsam mit Gleichaltrigen bewältigen unsere Schüler den Schulalltag. Unsere Schüler kommen aus allen Teilen Bayerns, den angrenzenden Bundesländern sowie gelegentlich auch aus Österreich und der Schweiz. Wir erziehen die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu Toleranz, Offenheit, Fairness und Solidarität. Im Internat entstehen Freundschaften fürs Leben.

Ganzheitliche Erziehung

Wir wollen "ganzheitlich" erziehen. Hinter diesem oft schon sehr strapazierten Wort steht ein realer Erziehungsgrund; denn "Bildung ist mehr als die Aneignung von Wissen".
Ganzheitlich erziehen bedeutet für uns:

  • Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit und des Lernens, Sicherung des schulischen Erfolges
  • Förderung der emotionalen und sozialen Kompetenzen, Erziehung zur Gemeinschaftsfähigkeit
  • Förderung der Spiritualität und der geistigen Entwicklung
  • Förderung einer gesunden Körperlichkeit und Leistungsfähigkeit, sportliche Förderung
  • Förderung musischer Talente und Anlagen
  • Förderung kreativer Talente und Anlagen

Orientierung an christlichen Werten

Unsere erzieherischen Bemühungen sind auf der Basis christlicher Werte solide verankert. Damit stehen wir nach wie vor in der Tradition unseres Ordensgründers, des Hl. Marcellin Champagnat. Er erkannte bereits zur Zeit der französischen Revolution, dass Bildung eine wesentliche Grundlage für gelingendes Leben und sozialen Frieden ist. Ohne die Ausrichtung an einer Spiritualität, die letztendlich den menschlichen Bemühungen Sinn und Zweck gibt, bleiben alle Bildungsbemühungen jedoch ohne nachhaltigen Erfolg. Deshalb war es ihm so wichtig, dass den jungen Menschen zusammen mit der Vermittlung von wichtigen Bildungsinhalten auch das Wort Gottes als Frohe Botschaft nahegebracht wird.

Wir bemühen uns heute ebenfalls, den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen den Glauben, der uns trägt, nahezubringen. Dabei liegt unser Augenmerk jedoch darauf, dass wir selbst in unserem Handeln als Modell für die Schüler authentisch und glaubhaft sind.
Wir wollen durch unsere persönlichen Lebensmodelle als Pädagogen und aktive Laien, zum Teil mit eigenen Familien, als auch in der Berufung der Ordensfratres im Internat, durch unsere je eigene, glaubhaft und überzeugend gelebte Spiritualität im Alltag nachahmenswerte Beispiele sein.

Die positive, lebensbejahende Wirkung eines gelebten, aktiven Glaubens drückt sich auch im Geist unseres Hauses spürbar aus, in der Art, wie wir miteinander umgehen, in der grundsätzlichen, gegenseitigen Achtung der Würde des anderen und im gemeinsamen Bemühen, dem je anderen ein Stück zu einem gelingenden, sinnerfüllten Leben zu verhelfen.

Anspruch und Wirklichkeit

Ein wichtiger Aspekt unseres christlichen Selbstverständnisses ist auch eine gewisse heilsame Demut.
Sie hilft uns, uns selbst und anderen immer wieder zu verzeihen, wenn es uns nicht gelingt, die hoch gesteckten Ziele zu erreichen. Sie hilft uns, uns zu korrigieren und auch mal ein Stück zurückzunehmen, uns auch mal etwas weniger wichtig zu nehmen. Sie lehrt uns, Fremd- und Selbstwahrnehmung nach und nach in Einklang zu bringen.
Wenn wir uns selbst nicht mit überhöhten Ansprüchen belasten, werden wir auch nicht zur Last für andere.
So wollen wir uns selbst und besonders auch unseren Schüler immer wieder vermitteln, dass der Mensch keine Maschine zu sein braucht, dass Erfolg und Scheitern zwei Seiten einer Medallie sind, dass Freude und Leid gleichermaßen zum Leben gehören und dass letztendlich die Gemeinschaft ein Netz ist, in das wir uns auch fallen lassen können, wenn wir selbst mal nicht stehen können.
Wir versuchen jeden Tag neu, mit neuem Eifer und neuem Bemühen, dem Tag mit seiner Realität im Vertrauen auf Gott als eine uns bergende und tragende Kraft zu begegnen.

In diesem Vertrauen und in diesem Wissen, sowohl um unsere Fähigkeiten als auch um unsere Begrenztheit, hoffen wir, zusammen mit den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen den jeweils persönlich bestmöglichen Weg zu gehen.

Das Ziel: Gelingendes Leben

Die jungen Männer, die einmal nach erfolgreicher Schullaufbahn unser Haus verlassen, sollen mündige, selbstbewusste, kritisch aber positiv denkende und aktiv handelnde Menschen sein.
Sie sollen ihren Platz in der Gesellschaft einnehmen und von dort aus aktiv wirken.
So werden sie zu wichtigen Gliedern unserer Gesellschaft und werden dies als sinnstiftend empfinden.

Das Rüstzeug dazu wollen wir ihnen mitgeben, ebenso den Mut und die Begeisterung, sich auf dieses Leben ganz einzulassen.

So kann unser Internat dazu beitragen, dass Leben zum gelingenden Leben wird, dass sinnvolle Lebensentwürfe gewählt werden und die Zeit des Aufwachsens und der Jugend zur wertvollen und wichtigen Arbeit am Fundament des Lebensbauwerkes wird.